Jahreshauptversammlung Feuerwehr & Feuerwehrverein

Zwei Jahreshauptversammlungen in knapp einer Stunde über die Bühne zu bringen, das ist wohl nur bei der Freiwilligen Feuerwehr Geckenau möglich. Kommandant und Vorsitzender Wolfgang Grom führte die Zusammenkunft der Wehr wie auch des Feuerwehrvereins heuer in Rekordzeit durch. Nach der Protokollverlesung durch Feuerwehr-Schriftführer Christian Mutz wies der Kommandant in seinem Tätigkeitsbericht darauf hin, dass die 16köpfige Wehr 2024 insgesamt sechs Übungen durchgeführt hatte. Höhepunkte waren die Gemeinschaftsübung der Bastheimer Ortsteilwehren in Reyersbach sowie die Abschluss-Funkübung des Bezirks mit 50 Teilnehmern gewesen. U.a. hatte man 2024 die turnusmäßige Erste-Hilfe-Auffrischung durch Peter Kirchner vom Malteser Hilfsdienst angeboten. Dass sieben Geckenauer Kinder zur Bastheimer Kinderwehr „Feuerdrachen“ gehören, „finde ich echt gut !“, freute sich Wolfgang Grom. Ein dickes Dankeschön gab es aus seinem Mund für die beiden Nachwuchsbetreuer Kai Stangenberg und Steffen Prax. Für heuer ist wieder eine Senioren- und Frauenübung geplant.

70 Mitglieder zählt der Geckenauer Feuerwehrverein, der einzige Verein im Dorf. Über die Vereinsfinanzen informierte Kassier Peter Waizmann. Die beiden Kassenprüfer Christopher Grom und Steffen Prax bescheinigten ihm eine tadellose Arbeit. Veranstaltungen, wie der traditionelle Kinderfasching oder das Maibaum-Aufstellen, bereicherten auch im Vorjahr wieder das Dorfleben. Verschiedene Ausflüge, der Familien-Feuerwehrtag, aber auch das erstmals durchgeführte Traktortreffen zugunsten der Geckenauer Ahrtal-Fluthilfe haben im letzten Jahr große Resonanz gefunden. Die Hilfstransporte ins Ahrtal waren auch Gegenstand eines Infotreffens mit zahlreicher politischer Prominenz gewesen, wobei das besondere Engagement gewürdigt wurde. Ehrenamtlichen Einsatz hatten die Floriansjünger auch beim Anstrich des alten Feuerwehrhauses, der Plakatanschlagtafel sowie des Buswartehäuschens gezeigt. Für dieses Jahr sind neben verschiedenen Ausflügen auch eine Feier anlässlich des 30jähr. Bestehens der Feuerwehr-Fußballmannschaft, der sog. „Besengau-Löwen“, vorgesehen.

Mit einem Präsent bedankte sich Kommandant Wolfgang Grom bei der „Lady für Alles“, Elke Müller, die seit Jahren ehrenamtlich das Feuerwehrheim reinigt und auch noch hin und wieder hinter der Theke steht.

Bürgerversammlung 2025

Im Ortsteil Geckenau endete heuer die diesjährige „Tour der Besengau-Bürgerversammlungen“. Im dortigen, gut besetzten Feuerwehrheim ließ Bürgermeister Tobias Seufert mit einem Großteil seines Gemeinderates zunächst das Jahr 2024 aus gemeindlicher Sicht noch einmal Revue passieren, informierte über die finanzielle Entwicklung, über Projekte, die abgeschlossen oder begonnen wurden und die heuer sowie in den nächsten Jahren anstehen. 3. Bürgermeister und Geckenaus Ortsbeauftragter Wolfgang Grom konnte stolz Arbeiten vorweisen, die man im vergangenen Jahr gemeinsam im Ort angepackt hatte. So hatten Angehörige der örtlichen Feuerwehr, dem einzigen Verein in Geckenau, in Eigeninitiative das alte Feuerwehrgerätehaus, die Plakatanschlagtafel sowie das Buswartehäuschen mit einem neuen Farbanstrich versehen. Diesen positiven Informationen folgten aber auch weniger erfreuliche Vorfälle, die er nun öffentlich anprangerte. So wurden an zwei Jungpflanzungen an der Dorfstraße sowie auf dem Kinderspielplatz Baumfrevel verübt und ein auf dem Spielplatz zum Gießen der dortigen jungen Platane abgestelltes Wasserfass mutwillig beschädigt. Der Ortsbeauftragte zeigte sich sichtlich verärgert über diese unsinnigen Taten.

Angesichts der Risse in der Dorfgemeinschaft, die sich seit einiger Zeit aufgetan haben, forderte er dazu auf, nicht übereinander, sondern miteinander zu reden. Und dass die Geckenauer mit ihren Meinungen nicht hinter dem Berg halten, sehr interessiert am gemeindlichen Geschehen und auch kritisch sind, zeigte sich dann bei der lebhaften Diskussion. Viel zustimmenden Applaus gab es für zwei junge Mütter im Ort, die nach eigener Aussage „die Dorfgemeinschaft bereichern und Geckenau weiter aufleben lassen wollen“. Sie möchten mit verschiedenen Aktionen, wie einer Aufwertung der Ortsmitte, mit Nikolausbesuch usw., Jung wie Alt ansprechen. Verlesen wurde der Brief einer älteren Einwohnerin, die neben einigen, später teilweise richtig gestellten Anmerkungen zum Blumen- und zum Osterschmuck am Dorfbrunnen Geckenau wieder als „Ort des Friedens, der Gemeinschaft und des Miteinanders“ sehen möchte. Was den Blumenschmuck im Ort und die Pflege der öff. Grünflächen anbelangt, gehen die Meinungen auseinander. Während einerseits ein sauberes, gepflegtes Ortsbild gewünscht wird, forderte die Gegenseite, weniger zu mähen, um Kosten zu sparen und den Insekten und auch den Dorfkindern mehr Blühflächen anzubieten. Sehr konträr wurde auch der Gedanke einer Bürgerin diskutiert, an der Marienkapelle doch eine „Urnenwiese“ anzulegen. Da dafür zahlreiche Vorschriften zu beachten wären, legte Bürgermeister Tobias Seufert der Ideengeberin ans Herzen, zunächst erst einmal einen schriftlichen Antrag zusammen mit einer Unterschriftenliste einzureichen. Dann werde der Gemeinderat über diesen Vorschlag befinden. Vielen ist das Befahren der Ortsverbindungsstraße nach Bastheim mit schweren Traktoren und Lkw ein Dorn im Auge. Sie fürchten um die Gesundheit der Kinder, Fußgänger und Radfahrer auf dieser Straße, die über keinen Gehweg o.ä. verfügt. Die Zu- und Abfahrt zur Biogasanlage zwischen Bastheim und Geckenau habe zu Einbußen bei der Lebensqualität geführt, so die Feststellung einer Bürgerin. Verärgert zeigte man sich auch darüber, dass immer wieder die 7,5 to-Beschränkung der Rundbogenbrücke missachtet wird. Hier soll ein zusätzlicher Hinweis angebracht werden. Angesprochen wurden noch die notwendige Restaurierung von Bildstock und Flurkreuz, der geplante Kreisel auf der Bündkreuzung, der Radweg nach Braidbach sowie der Dorfbrunnen. Angeregt wurde zudem, eine Brücke zur „Naherholungsinsel“ an der Fischtreppe zu errichten, die in den Wintermonaten oder bei Hochwasser abgebaut werden kann. Mit Dankesworten von Wolfgang Grom an Bürgermeister und Gemeinderat sowie engagierte Einwohner endete die Bürgerversammlung.

Kinderfeuerwehr Besengau: Feuerdrachen machen Autos sicher

Zum zweiten Mal in diesem Jahr kam die Kinderfeuerwehr Besengau (Kinder im Alter von sechs bis elf Jahre) – diesmal in Geckenau – zusammen. 

Auf dem Programm der verantwortlichen Geckenauer Betreuer stand eine kurze Einweisung über die gesetzlich notwendigen Gegenstände, wie z. B. Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten, die man im Auto mit sich führen muss, falls man eine Panne oder einen Unfall hat, und wie man sich in einer Notsituation verhalten sollte. 

Die kleinen „Feuerdrachen“ waren mit viel Eifer und Motivation dabei, als acht Haushalte in Geckenau aufgesucht wurden und deren Fahrzeughalter freundlich gebeten wurden, ihre Autos überprüfen zu lassen. Nicht alle Autos erhielten das Prüfsiegel des Feuerwehr-Nachwuchses, denn so einige Autos hatten Mängel aufzuweisen und müssen sich nun neue Verbandskästen und fehlende Warndreiecke besorgen. 

Unterstützt wurde die Aktion vom örtlichen KFZ Service Frank Zimmer.

Aufmerksam folgten die kleinen „Feuerdrachen“ den Ausführungen ihrer Betreuer.

Geckenau Helau!

11. Hilfstransport ins Ahrtal vom 27.12 – 29.12.24

Um 5 Uhr morgens ist es noch stockdunkel. Und ziemlich frostig. Keine Menschenseele ist anscheinend an diesem Wintertag zwischen den Jahren und zu dieser Uhrzeit unterwegs. Irrtum – zu denen, die gerade jetzt aufbrechen, gehören Frauen und Männer der Aktionsgruppe „Ahrtal Fluthilfe Geckenau“. Sie machen sich an diesem Morgen auf den weiten Weg ins Ahrtal, das im Sommer 2021 von einer der schwersten Flutkatastrophen heimgesucht worden ist. In den beiden Lkws, die wieder einmal der Malteser Hilfsdienst sowie die Fa. Jürgen Dorst aus Oberstreu zur Verfügung gestellt haben, befinden sich 30 Ster Brennholz, 1.080 Hühnereier vom Reyersbacher Dieter Then, zahlreiche Geschenkpäckchen mit Plätzchen, Quarkstollen von Elke, viele Gläser Eingekochtes von Marita, ein Mountainbike, eine Couchgarnitur mit Tisch sowie 5.000 € an Spendengeldern aus der Region. Das Brennholz stammt aus Oberstreu, Bastheim, Eußenhausen und wurde ebenso gestiftet wie alle anderen Hilfsgüter.

Über Frankfurt, Limburg, Koblenz und vorbei am berühmten Nürburgring erreichen Wolfgang mit seiner Ehefrau Kornelia, Marita aus Hendungen, Uwe aus Oberstreu, Elke und Harald aus Wegfurt und Klaus aus Bastheim das Ahrtal in der Eifel, wo sie schon sehnsüchtig erwartet werden. Bei Susi und Siggi werden die ersten Brennholzladungen auf die Pkw-Anhänger verladen. Dankbar packen die Menschen, die in der Flutnacht Hab und Gut verloren haben und seitdem mit dem Wiederaufbau beschäftigt sind, an, um zuhause das trockene und abgelagerte Meterholz gleich kleinzuhacken. Auch in den Weinorten Mayschoss, Dernau und Marienthal spüren die Rhöner die tiefe Dankbarkeit der Menschen über die Hilfe aus der Rhön. In Dernau berichtet ein von der Katastrophe Betroffener dass er allein für das mehrwöchige Ausleihen der Trocknungsgeräte 17.000 € hat zahlen müssen. Und für die Erneuerung der Elektroinstallation in seinem Wohnhaus musste er 78.000 € aufbringen. „So mancher hat unsere Notlage damals schamlos ausgenutzt.“, zeigt er sich verbittert. „Aber was blieb uns anderes übrig. Wir haben ja wieder ein Dach über dem Kopf gebraucht.“

Auch Jahre nach der Schreckensnacht des 14./15. Juli sieht man noch deutlich die Wunden, die die Flut gerissen hat. Auch wenn überall fleißig gebaut wurde und wird. So, wie bei Hermann in Marienthal. Der werkelt auch heute noch bis in die Abendstunden an und in seinem Haus herum, das bis zum Dach im Flutwasser gestanden war. „Wir waren damals gerade im Urlaub in Holland. Als wir den Wetterbericht mit den angekündigten Regenfällen gehört haben, sind wir sofort losgefahren, konnten aber unser Heim schon nicht mehr erreichen.“, erzählt er. Hilflos musste seine Familie mit ansehen, wie alles – auch das Auto des Sohnes – in der Flut versank. In den Tagen, Wochen und Monaten danach musste er die Klinkerfassade des Wohnhauses abbrechen, die völlig durchnässte Dämmung dahinter entfernen, die Räume vom Schmutz befreien usw. usw. Gerade ist er noch mit Arbeiten im Inneren beschäftigt. Außen fehlen noch Dämmung und die neuen Klinker. „Daher brauchen wir viel mehr Energie, um die Wohnräume zu beheizen !“ Auch er, Frau und Sohn packen kräftig beim Abladen des Brennholzes an, obwohl es schon dunkel wird.

Endlich ist alles Brennholz verteilt. Und das Team aus der Rhön müde. Doch die große Freude über die Hilfe ist den Menschen hier von den Augen abzulesen.

Insgesamt 11 Hilfstransporte hat die „Ahrtal Fluthilfe“ schon durchgeführt und dabei unzählige Hilfsgüter, wie Bekleidung, Waschmaschinen, Kühlschränke, Spielsachen, 195 Ster Brennholz, Eier, Mehl usw., unmittelbar zu den betroffenen Menschen – diesmal u.a. auch zum Seniorenklub Schuld – gebracht. So wie auch die insgesamt 60.000 €, die an Spendengeldern inzwischen zusammengekommen sind. Auch diesmal konnten die Helfer damit vielen eine „nachweihnachtliche Freude“ bereiten.